OHRENOEFFNER

bemerkenswerte Alben, neue Songsheets und mehr

Positive Songs for Negative People

Der Titel von Frank Turners 2015 erschienenem Album gefällt mir so ausserordentlich, dass ihn gleich mal zum Thementitel für den neuen OHRENOEFFNER mache.

Ob du dich nun selber als Optimist oder Pessimist betrachtest, ist egal. - In der momentanen Situation, und das meine ich jetzt wirklich global gesehen - also menschheitlich(!), brauchen wir vieles (Solidarität, Achtsamkeit und Liebe zur Wahrheit) und manches auch weniger (Angst, Obrigkeitshörigkeit und Spaltungsversuche) - aber was momentan vielleicht jeder von uns gebrauchen kann ist: positive Musik.

 

Etwas, dass uns durch den Tag hilft oder am Ende des Tages versöhnlich stimmt. Etwas, dass uns das tiefe Vertrauen schenkt, das am Ende doch alles gut wird. Klar, das liegt im Wesen der Musik und doch gibt's Künstler/Alben/Songs, die das ganz offensichtlich vermögen.

Jetzt könnte man natürlich sagen: Okay, dann hören wir ab jetzt nur noch Mozart. Und ja, das stimmt - praktisch alles von Mozart ist so grundlegend aufbauend, positiv und allgemein menschlich von Liebe erfüllt, dass man eigentlich nichts anderes bräuchte...

Im OHRENOEFFNER beschäftigen wir uns, mal von Mozart abgesehen, ja doch überwiegend

mit Gegenwartsmusik und da gibt's dann auch immer wieder das eine oder andere im Sinne von "Positive Song for Negative People" - und gleichzeitig soll's ja auch immer ein bisschen was Neues zu entdecken geben. Legen wir mal los.

Alben

- Neue Freunde -

zehn Songs stehen kleine Geschichten von Außenseitern, vom Verlassenwerden und vom Aufbruch. Mal sind es zurückgelehnte Folknummern wie "Saturday", mal Mittelklasserocker mit Motown-Anleihen ("Why won't you tell me what").

 

Josh Rouse - Nashville

Josh Rouse? Genau - deshalb "Neue Freunde".

Das Album "Nashville" ist nämlich schon länger draussen, genauer von 2005 - aber, da wohl kaum jemand Josh Rouse kennt, passt's gut hierher.

Auf diesem kleinen, leichten Album gelingt ihm nämlich, was nur selten vorkommt: Nämlich Songwriting, Arrangement und Sound derart zusammen zu bringen, dass die Songs einem schon beim ersten Hören vertraut vorkommen - aber durchaus nicht im Sinne eines Plagiats, sondern eigenständig und mit echtem Wiedererkennungswert.

"Red' nicht von Städten

Es gibt Städte, mit denen man automatisch etwas assoziiert. Vor allem, wenn man selbst noch nie dagewesen ist. So ist San Francisco die ewige Hippie-Stadt, Seattle die Heimat des Grunge und Nashville diese entspannte Südstaatenmetropole, wo man mit einem Whiskey auf der Veranda seines Hauses sitzt und seinen Nachbarn etwas auf der akustischen Gitarre vorgniedelt. Dieses Klischees ist sich auch Josh Rouse bewußt, der sein fünftes Album nach der Hauptstadt des US-Bundesstaats Tennessee benannt hat.

Zehn Jahre hat er in Nashville gelebt, nach der Fertigstellung der Platte verließ er die Country-Metropole.

Aber natürlich geht es auch beim Nachfolger seines Meisterwerks "1972" nur am Rande um Städte. Im Zentrum der

Hier ein kleines Promo-Video zum Album

The Elected - Sun, Sun, Sun

The Elected haben hier ein Album abgeliefert, dass eine Positivität und Lebensbejahung ausstrahlt, die sich weder anbiedert, noch all zu sehr selbst-referenziell daherkommt. Eins der Alben, die man während der helleren und wärmeren Zeit im Jahr in Dauerschleife laufen lassen kann.

"Manche Leute sagen ja, wenn man erstmal anfängt, Country zu hören, dann geht's auch langsam zu Ende mit einem. Wie aber ist es um Leute bestellt, die plötzlich anfangen, Country zu machen? So richtig mit Pedal Steel, Rodeobeat und Cowboyhut?

Blake Sennett und Jenny Lewis wollten es wissen. Zwei Menschen, die so viel gemeinsam haben, daß sie sich bestimmt ab und zu selbst miteinander verwechseln. Beide gehören nämlich normalerweise bei Rilo Kiley mit dazu, und beide sind eigentlich noch viel zu jung zum Sterben. Um der Verwirrung beizukommen, wurde deshalb fein säuberlich getrennt: Jeder ein Album, jedes zumindest ein bißchen Country. Gleiche Ausgangsposition, (fast) gleicher VÖ-Termin. Und jetzt bitte die Hufe geschwungen...


...Wohl aber darf angemerkt werden, daß die Jungs ihren Männerabend auf "Sun, sun, sun" im großen Stil auskosten. Gesungen wird aus vollen Kehlen, oft von allen zugleich. Die Melodien hoppeln und rudern spielfreudig über Griffbrett und Klaviatur. Und durch einen Walzer wie "Did me good", der im Vorbeitänzeln auch noch den Choleriker in Sennett enthüllt, stolziert die

Bande ohnehin auf großem Fuß. Diese Platte hält mit nichts hinterm Busch.

Man darf sich überhaupt darüber wundern, welch strahlender Dramatiker an Sennett verloren gegangen ist.

Hier hantiert er nun mit gründlich durchkomponierten Songs, läßt viel Platz für Blasinstrumente und hält sich trotz aller Country-Erdung immer auch das Hintertürchen Richtung Ekstase offen. "Fireflies in a steel mill" ist zum Beispiel so ein Song, den zum Ende nichts mehr halten kann. Und wenn sich "Biggest star" im dritten Anlauf zur großen Trotzkopf-Hymne dieses Albums hochjazzt, wollen wir uns glatt zu einem Wahlversprechen hinreißen lassen: Wer dieser Band seine Stimme gibt und später nicht zufrieden ist, dem schicken wir eigenhändig den Chef vorbei. Der mäht Euch dann den Rasen."

plattentests.de

Stein Urheim - Simple Pieces & Paper Cut-outs

The Elected haben hier ein Album abgeliefert, dass eine Positivität und Lebensbejahung ausstrahlt, die sich weder anbiedert, noch all zu sehr selbst-referenziell daherkommt. Eins der Alben, die man während der helleren und wärmeren Zeit im Jahr in Dauerschleife laufen lassen kann.

"Manche Leute sagen ja, wenn man erstmal anfängt, Country zu hören, dann geht's auch langsam zu Ende mit einem. Wie aber ist es um Leute bestellt, die plötzlich anfangen, Country zu machen? So richtig mit Pedal Steel, Rodeobeat und Cowboyhut?

Blake Sennett und Jenny Lewis wollten es wissen. Zwei Menschen, die so viel gemeinsam haben, daß sie sich bestimmt ab und zu selbst miteinander verwechseln. Beide gehören nämlich normalerweise bei Rilo Kiley mit dazu, und beide sind eigentlich noch viel zu jung zum Sterben. Um der Verwirrung beizukommen, wurde deshalb fein säuberlich getrennt: Jeder ein Album, jedes zumindest ein bißchen Country. Gleiche Ausgangsposition, (fast) gleicher VÖ-Termin. Und jetzt bitte die Hufe geschwungen...


...Wohl aber darf angemerkt werden, daß die Jungs ihren Männerabend auf "Sun, sun, sun" im großen Stil auskosten. Gesungen wird aus vollen Kehlen, oft von allen zugleich. Die Melodien hoppeln und rudern spielfreudig über Griffbrett und Klaviatur. Und durch einen Walzer wie "Did me good", der im Vorbeitänzeln auch noch den Choleriker in Sennett enthüllt, stolziert die Bande ohnehin auf großem Fuß. Diese Platte hält mit nichts hinterm Busch.

Man darf sich überhaupt darüber wundern, welch strahlender Dramatiker an Sennett verloren gegangen ist.

Hier hantiert er nun mit gründlich durchkomponierten Songs, läßt viel Platz für Blasinstrumente und hält sich trotz aller Country-Erdung immer auch das Hintertürchen Richtung Ekstase offen. "Fireflies in a steel mill" ist zum Beispiel so ein Song, den zum Ende nichts mehr halten kann. Und wenn sich "Biggest star" im dritten Anlauf zur großen Trotzkopf-Hymne dieses Albums hochjazzt, wollen wir uns glatt zu einem Wahlversprechen hinreißen lassen: Wer dieser Band seine Stimme gibt und später nicht zufrieden ist, dem schicken wir eigenhändig den Chef vorbei. Der mäht Euch dann den Rasen."

plattentests.de

- Alte Freunde -

Pat Metheny Group - TRAVELS

Einigermassen ausführlich über die "Pat Metheny Group" zu schreiben, würde einen eigenen Newsletter füllen - geschweige denn, über Pat Metheny selbst.

Er gehört zu den einflussreichsten Jazzmusikern, des 20. Jahrhunderts und zu den

wenigen Ausnahmekünstlern, die nicht einzuordnen, nicht zu fassen sind.

Musiker, die zum einen eine schier unerschöpfliche Bandbreite an musikalischen Einflüssen aufnehmen, sie in ihre eigene Klangsprache integrieren und die man dennoch nach zwei Takten sofort wiedererkannt, kann man an einer Hand abzählen. Du merkst, ich komme ins Schwärmen...;-)

Das Album "TRAVELS", 198erschienen,

gehört in die Reihe der grossartigsten Live-Aufnahmen, die man zu hören bekommen kann (erhielt auch sofort einen Grammy als "Best Jazz Fusion Performance").

Das bestechende an dem Album ist einerseits die erstaunliche Harmonie von vitalem, energetischem Zusammenspiel und handwerklicher Präzision; zum anderen erleben wir hier das Oeuvre der Band in einer Vielfalt, gegen die kein Studio-Album ankommen kann.

abc

abc

Fleetwood Mac - Rumours

Dieses Album musste ja mal kommen... Und gerade jetzt ist's vielleicht besonders passend.

Obwohl die Entstehungszeit, wie man ja weiss, für die Bandmitglieder untereinander eine sehr problembehaftete war - oder vielleicht auch gerade deswegen - wurde hier ein Meilenstein der Popmusik geschaffen - nicht zuletzt auch einer von denen, die glücklich machen. Das Licht findet man eben nur im Dunklen...

Gegen alle Widerstände

Ein Wunder und ein Meilenstein der Musikgeschichte

Eigentlich ist es das reinste Wunder, dass dieses Album überhaupt zustande kommt. Denn 1976 ist das reinste Katastrophen-Jahr für Fleetwood Mac.

Trümmer – wohin man nur sieht

Kurz zur Erinnerung: Die Band besteht aus fünf Mitgliedern: Sängerin Christine McVie und Bassist John McVie. Am Namen hört man schon: Die beiden sind verheiratet. Aber nach acht Jahren geht die Ehe ausgerechnet jetzt, wo ein neues Album geplant ist, in die Brüche. Sie reden nicht mehr miteinander – und machen nur rein beruflich eine Ausnahme – wenn es um Musik geht.

Dann sind da noch Sängerin Stevie Nicks und Gitarrist Lindsey Buckingham. Die beiden sind ein Paar. Eigentlich. Aber auch sie trennen sich gerade!

Der fünfte in diesem Unglücks-Bund: Drummer Mick Fleetwood. Man glaubt es kaum, aber auch er trennt sich von seiner Ehe-Frau. Er muss gerade erfahren, dass sie ihn betrogen hat – ausgerechnet mit seinem besten Freund!

 

Phönix aus der Asche

Fünf Band-Mitglieder – und alle fünf erleben gerade die denkbar schlechteste Phase ihres Lebens! Alle trennen sich – sind aber mehr oder weniger gezwungen, stunden-, tage- und monatelang in einem Studio zusammen arbeiten zu müssen. Was für ein Irrsinn! Und was für ein Glück im Unglück! Denn wie bei vielen anderen Künstlern gilt auch hier: In niedergeschlagener Stimmung entstehen die größten Kunstwerke – und keiner der Musiker ist sich bewusst – so sagen sie jedenfalls in späteren Interviews – dass bei RUMOURS jeder einzelne Titel (wirklich jeder!) von den Trümmern und neuen Hoffnungen ihres Lebens handelt.

 

Sprechende Titel

So absurd es scheint, aber die Truppe schafft es sogar, in den Titeln selber, die sie für ihre Musik-Stücke auswählen, deutliche Hinweise auf den eigenen Seelenzustand zu geben. "Second Hand News" als Opener macht klar, wie man sich fühlt, wenn man nur noch zweitrangig im Leben des anderen

ist. "Dreams" handelt von Trennung – und vom Traum etwas Neues zu beginnen. "Never going back again" ist so eindeutig als Titel, dass man gar nicht groß interpretieren muss. Dasselbe gilt für "Go your own way" bzw. "The Chain".

Diese sprechenden Titel sind verblüffend. Verblüffend ist aber das, was am Ende dabei rauskommt. Alle fünf – so gebeutelt sie auch sein mögen – wissen zu Beginn der Studio-Sessions nur eines: Auf dem neuen Album (es ist Album Nummer elf) sollen keine Lückenfüller drauf sein. Jeder einzelne Song soll die Qualität einer möglichen Single-Auskopplung haben. Und genau dieses Kunststück gelingt ihnen auch.

 

Überwältigender Erfolg

Es gibt wohl kaum eine Band, die sich – und der Ausdruck muss erlaubt sein - auf einer Platte emotional so dermaßen ausgekotzt hat wie Fleetwood Mac das bei RUMOURS getan hat. Und genau das macht dieses Album zum Meilenstein – sowohl für die Band als auch für die Musikwelt. Keine Lückenfüller. Melodien, die auf Anhieb "sitzen". Arrangements, die Dank des knackigen Schlagzeugs opulent wirken, im Grunde aber extrem ökonomisch gewählt sind. – Gerüchte (und "Rumours" heißt übersetzt "Gerüchte"!), wie es um das Wohl der Band bestellt ist, sorgen für phänomenale Zahlen bei den Vorbestellungen.

 

Als die LP dann 1977 erscheint, ist es fast schon wie ein Dammbruch. Rekord-Verkaufszahlen überall. Bis zu Michael Jacksons "Thriller" gilt Rumours als das kommerziell erfolgreichste Album aller Zeiten. – In den Jahren und Jahrzehnten nach diesem Erfolg gibt es immer wieder Auflösungs-Erscheinungen bei Fleetwood Mac – aber immer wieder auch Wieder-Vereinigungen. Und das bis heute ...

 

Adrian Beric für SWR1

W.A.Mozart - Oboenspitze Vol. 1-3

Alexei Utkin & Hermitage Chamber Orchestra

Mozarts Musik soll nun aber doch noch durch eine hervorragende Aufnahme etwas konkreter erwähnt werden.

Zwar assoziieren wir mit der Musik Mozarts meistens seine Opern, Symphonien, natürlich sein Requiem und seine Streichquartette und manches mehr - weniger Kompositionen für Oboe. Hier gibt es also zugleich noch einen selten gehörten Schatz in

Mozarts Oeuvre entdecken.

 

Mozarts Musik zu interpretieren, gehört ja bekanntlich zum Schwersten:

grösste kindliche Verspieltheit, freischwebende Losgelöstheit und tiefster Lebensernst - alles gleichzeitig; das gelingt eigentlich nie, aber manchmal fast und das ist dann wirklich schon sehr viel.

Alexei Utkin und das Hermitage Chamber Orchestra kommen dermassen heiter und leichtfüssig daher, als wollten sie sagen: Alles ist gut. Erfreue dich also einfach an deinem Leben.

Darüber hinaus sind die Aufnahmen auch noch in grossartiger Klangqualität produziert.

Das oben abgebildete Cover gehört übrigens zu Vol.3, auf der sich auch das berühmte Klarinettenkonzert in A-Dur K622 befindet (natürlich mit Oboe eingespielt).

SONGSHEETS

neue Songs im SONGBIRD-Songbook

Born To Lose

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For No One

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Not Dark Yet

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The Snows Of France And Holland

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Viel Freude damit und bis bald

 

Maik

Wie bekomme ich die Leadsheets und Noten?

Der Zugang ist exklusiv für SONGBIRDs.

(Jeder, der sich schon mal bei SONGBIRD angemeldet hat, erhielt mit der Anmeldung einen Link zum Online-Songbook.

Dort befinden sich auch die PDF für die Songs vom aktuellen OHRENOEFFNER.)

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